Nachgefragt: Interviewserie zum Internet of Things – Teil 2

Von 8. Mai 2020 Mai 25th, 2020 News, Crafted Business Solutions, Azure Cloud
Nachgefragt: Interviewserie zum Internet of Things – Teil 2

IoT, auch das Internet der Dinge genannt, bietet unzählige Optionen, wie wir unseren privaten und beruflichen Alltag vereinfachen können. Oftmals sind wir uns den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gar nicht bewusst. Es braucht neue Denkweisen und auch etwas Kreativität, um das meiste aus der IoT-Technologie heraus zu holen. Ich habe bei Christoph König, unserem IoT Spezialisten bei isolutions, nachgefragt.

IoT für Unternehmen: Wohin führt die Reise?

Worauf sollten Unternehmen achten, wenn sie IoT-Lösungen einführen möchten?

Security, Security, Security. Das ist das Allerwichtigste. Wenn die Sicherheit nicht stimmt, ist das Risiko gross, dass die IoT-Applikation von irgendjemandem missbraucht wird. Ist eine Lösung mal eingeführt und kommt es danach zu Problemen mit der Sicherheit, ist es wesentlich teurer und aufwändiger, dies im Nachgang zu korrigieren, als wenn man dem Thema Sicherheit gleich zu Beginn die nötige Beachtung schenkt.

Gibt es aktuell noch viele Berührungsängste mit dem Thema IoT oder sind die meisten Unternehmen offen dafür?

Es gibt zwei Gruppen. Für jemanden, der aus der Industrie oder der Landwirtschaft kommt, ist IoT schon fast etwas Selbstverständliches. Dann gibt es aber auch solche, z. B. aus der Verwaltung, die eher kritisch sind und gar nicht wissen, wofür sie solche Lösungen einsetzen können. Es gibt aber völlig neue Use Cases, wie z. B. den Kühlschrank im Pausenraum, der nachts die Leistung drosselt, da er nicht mehr alle zehn Minuten geöffnet wird und so Energie spart. Oder auch Microsoft Teams auf dem Smartphone, das automatisch erkennt, ob jemand im Büro ist oder nicht und dann den Anwesenheitsstatus entsprechend anpasst. Das sind sehr coole Use Cases, die allen das Leben einfacher machen, an die man vor zehn Jahren aber bestimmt noch nicht gedacht hätte.

Viele Leute haben auch Angst vor Überwachung. Aber gerade wenn man die IoT-Lösung selbst baut, z. B. mit Hilfe von Azure, hat man die Sicherheitsaspekte sehr gut unter Kontrolle. Die App tut nur genau das, was man ihr einprogrammiert. Kritischer wird es bei der Nutzung von fremden IoT-Lösungen. Wenn mir z. B. meine Krankenversicherung nur einen Rabatt gewährt, wenn ich ihr die Daten meines  Fitnessarmbands sende. Oder wenn meine Autoversicherung mit Hilfe eines eingebauten Rekorders mein Fahrverhalten misst und die Prämie darauf basierend nach unten oder oben anpasst. Solche Sachen werden immer mehr kommen und sind kritisch.

Wie weit ist die Schweiz im Bereich IoT? Auch im Vergleich zu anderen Ländern?

Aus meiner eigenen Erfahrung würde ich sagen, dass wir in Zentraleuropa noch am Anfang der Reise stehen. Verglichen mit den USA, China oder Singapur liegen wir etwa 15 Jahre zurück. In der Schweiz sind wir noch am Entdecken von möglichen IoT-Einsatzbereichen. Google bietet das Location Targeting an. Je nach dem wo ich mich gerade aufhalte wird Werbung der umliegenden Geschäfte in meinen Browser oder Musik-Streamingdienst eingeblendet. Wenn du also an einem Bekleidungsgeschäft vorbei gehst, kann es sein, dass der aktuelle Song unterbrochen und stattdessen der Werbeslogan und die aktuellen Sonderangebote eingespielt werden.

Somit sind wir auch gleich bei den Trends im Bereich IoT angelangt. Wo geht die Reise hin?

Bei Gebäuden, sogenannten Smart Homes, werden sicherlich noch grössere Änderungen auf uns zu kommen. «The Circle» in Zürich soll ja mit über tausenden Sensoren ausgerüstet werden, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belegung der Räumlichkeiten messen. Aber auch digitalisierte Endgeräte, wie z. B. ein Backofen, der mir über die Handy-App meldet, wenn er nicht ausgeschaltet wurde und ich nicht zu Hause bin. Auch bei Autos werden IoT-Lösungen immer mehr eingesetzt werden. So wird mir irgendwann mein Auto sagen, wann ich die Bremsscheiben auswechseln lassen sollte und gleich auch einen Termin mit der Garage vereinbaren. In der Verwaltung wird es ebenfalls hilfreiche Lösungen geben, beispielsweise eingehende Briefe, die automatisch gescannt, richtig klassifiziert und dem zuständigen Sachbearbeiter zugeteilt werden. Es gibt fast endlos verschiedene Einsatzgebiete für IoT.

Hast du sonst noch Anmerkungen zum Thema? Liegt dir noch etwas auf dem Herzen?

Wir haben jetzt viel über die Software gesprochen. Wichtig ist selbstverständlich aber auch die Hardware. Ein schöner Trend ist hier, dass qualitativ gute Hardware immer günstiger zu haben ist. So ist es viel einfacher, selbst etwas zusammen zu bauen und zu programmieren. Eine Idee kann heute sehr viel schneller umgesetzt werden als noch vor ein paar Jahren. IoT-Innovationen werden beschleunigt und gefördert.

Christoph, ich danke dir für das interessante und informative Gespräch!

Das isolutions Team

Christoph König, Team Lead Software Architecture, Business Unit Business Solutionsisolutions AG

Bei Fragen und Anmerkungen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung. Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

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