AI aus dem Regal?

Von 4. Juni 2019 Juni 17th, 2019 Azure Cloud
AI Services & künstliche Intelligenz

AI aus dem Regal?

Artificial Intelligence (AI) verspricht viel, ist aber auch komplex. Services versuchen, bestimmte Funktionen davon einfach nutzbar zu machen. Bringen sie etwas?

Wenn ich so entspannt durchs Internet surfe und Technologie-News lese, kriege ich das Gefühl, jeder macht «AI». Warum ist es scheinbar so wichtig, dass bei jeder neuen Technologie-Anwendung einer der Begriffe AI, Artificial Intelligence oder künstliche Intelligenz steht? «Kia uses AI to reduce fatalities from auto accidents», «Capital One uses AI to better protect customers from fraud» heisst es, um nur einige Beispiele zu nennen. Ich erkläre ja auch niemandem, dass ich die Teigwaren mit der Strom-Technologie gekocht habe… Und trotzdem erwische ich mich dabei, wie ich einen Blog zum Thema „AI“ verfasse.

Potenzial ist vorhanden

Das AI aber grosses Potenzial hat, da scheint sich die Welt einig zu sein. Forbes schätzt, dass 2020 85 % aller stattfindenden Kundeninteraktionen ohne menschliches Gegenüber geschehen. AI ist dabei ein wichtiger Baustein. Der ganze Markt? PWC schätzt ihn auf 70 Mrd. USD im Jahr 2020 ein.

Es ist jedoch eine Tatsache, dass die Konzepte aus der Artificial-Intelligence-Welt tendenziell komplex und mit eher hohen Aufwänden verbunden sind. Bis eine AI eine Katze zuverlässig auf Bildern erkennen kann, braucht es hunderte von Trainingsbildern und tiefes Knowhow über eine Vielzahl von Methoden und Algorithmen.

Trotz hoher Komplexität AI nutzen

Seit einigen Jahren gibt es deshalb Services, die eine Zwischenstufe darstellen. Sie stellen Standard-Funktionen bereit, die vielseitig eingesetzt werden können. Eine Anpassung für spezifische Fälle ist dagegen nur bedingt möglich. Sie laufen unter den Namen «Cognitive Services» (Microsoft), «AI Building Blocks» (Google) und «Watson» (IBM). AWS hält es mit dem «SageMaker» etwas flexibler und stellt eher eine skalierbare Werkzeugkiste zur Verfügung als fixfertige Services.

Abbilung 1: AI-Service-Landschaft am Beispiel von Microsoft Cognitive Services (Quelle: microsoft.com)

Diese Services stellen Funktionen bereit, die beispielsweise Objekte auf einem Bild erkennen. Oder einen Satz auf die emotionalen Aspekte beurteilt. Das ist in der Tat sehr praktisch, um diese Funktionen unmittelbar zu nutzen. Zum Beispiel zum Erkennen von Tieren auf Fotos oder zum Einschätzen der Stimmungslage eines E-Mail-Absenders.

Die Services lassen sich nun in Applikationen einbauen. So wird es deutlich einfacher, einer App die Fähigkeit zu geben, Text auf beliebigen Bildern zu erkennen und diesen in der App weiter zu verwenden. Anstatt die Nummer von meinem Stromzähler abzutippen, mache ich einfach ein Foto davon und der Service erledigt den Rest. Oder es wird plötzlich möglich, mit Hilfe der Gesichtserkennung besser auf den Benutzer eingehen zu können (was ich übrigens nicht ganz so toll finde ist, dass der Service denkt, ich hätte zu 86 % eine Glatze).

Abbildung 2: Beispiel Face Recognition in der Azure Computer Vision API

AI-Services sind vielseitig einsetzbar

Für etwas Inspiration, hier einige Anwendungsmöglichkeiten bei denen AI-Services eine Lösung sein könnten:

  • Automatisches Verwenden von Daten aus dem Foto einer Rechnung
  • E-Mail Klassifizierung und Weiterleitung ans Customer Contact Center
  • Erkennung von Personen an einem Event über eine Kamera
  • Sprachein- und -ausgabe in Mobile Apps
  • Automatisierte FAQ Erstellung
  • Übersetzung von Text in verschiedensten Anwendungen
  • Automatisches Setzen von Tags für Social Media Postings
  • Ein Chatbot mit diversen Fähigkeiten, inkl. der Erkennung der Stimmungslage des Benutzers

Üblicherweise werden die Services pro Anzahl Aufrufe bezahlt, das heisst also die Kosten skalieren mit der direkten Nutzung. Bei Microsoft beispielsweise bezahlt man für 1000 Service-Aufrufe zwischen 0.33 EUR und 2.10 EUR, je nach Service und der Gesamtzahl Transaktionen (Quelle: MS Azure). Das klingt erstmal nach nicht sehr viel, dennoch sollte hier das Mengengerüst der Anwendung gut betrachtet werden.

Was spricht für und was gegen AI-Services?

Abschliessend lässt sich sagen, Services mit Künstlicher Intelligenz haben in gewissen Situationen klare Vorteile. Trotzdem gibt es aber auch einige Punkte, die durchaus kritisch zu betrachten sind oder zumindest geklärt sein sollten:

Vorteile:

  • Schnell und ohne tiefes AI-Knowhow einsetzbar
  • Tiefe Investitionskosten, schneller Return
  • Wenig bis keine Trainingsaufwände
  • Über Schnittstellenstandard gut integrierbar/austauschbar
  • Skalierbar in Leistung und Kostenmodell
  • Werden laufend weiterentwickelt und optimiert

Kritische Punkte:

  • Nicht individualisierbar
  • Betriebskosten je nach Mengengerüst und Anwendungsdesign
  • Die Services selbst sind eine Blackbox
  • Die AI-Services gibt es oft nur in der Cloud

Fazit: Möglichkeiten prüfen, AI-Services werden ausgebaut

Die AI-Services bieten also eine gute Möglichkeit, die AI-Funktion direkt und einfach einzusetzen. Die verschiedenen Hersteller sind laufend daran, ihr Service-Portfolio auszubauen und zu verbessern. Passt der Anwendungsfall oder das Szenario direkt zu einem AI-Service, empfehle ich dieses auf jeden Fall zu prüfen.

Sie möchten herausfinden, wo und wie Sie aus AI-Services Mehrwert generieren können? Wir helfen Ihnen dabei. Zögern Sie nicht und nehmen Sie mit mir Kontakt auf!

Bei Fragen und Anmerkungen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung. Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren.

17. Juni 2019 in News, Azure Cloud

Microsoft Data Center in der Schweiz Teil 3: Regulierte Industrien Public Sector – Interview mit Marc Holitscher

Interview mit Marc Holitscher zum Swiss Data Center: Regulierte Industrien - Öffentliche…
Weiterlesen
7. Juni 2019 in News

Country Partner of the Year 2019

isolutions ist Schweizer "Country Partner of the Year 2019" Microsoft zeichnet jedes…
Weiterlesen
3. Juni 2019 in News, Office 365

3 Key Takeaways about Microsoft 365

Microsoft 365 at European Collaboration Summit in Wiesbaden At isolutions we are…
Weiterlesen
Teilen Sie diese Seite auf Social Media oder via E-Mail.

Hinterlasse eine Antwort